Apr 14 2009
Glenn Goulds Geist
Was würde man dafür geben, könnte man Goulds 55er-Einspielung der Goldberg-Variationen live erleben. Das scheint dem Software-Entrepreneur John Walker fast gelungen zu sein. Natürlich hat er nicht Glenn Gould á la Frankenstein zum Leben erweckt. Davon sind wir noch weit entfernt – glücklicherweise. Aber er hat die 55er-Einspielung mit einer Software in höchster Qualität aufgenommen und jede Tasten- und Pedalbetätigung hinsichtlich Anschlagsdynamik auf’s genaueste analysiert. Die Anschlagsdaten hat er dann auf einem Yamaha-Flügel abgespielt. Das Resultat ist, dass man den Eindruck hat, auf dem Flügel spielt Goulds Geist. Die Tasten und Pedale bewegen sich ganz allein, niemand sitzt auf der Klavierbank.
Das Dresdner Streichtrio hat 2006 eine wunderschöne Transkription von Dmitri Sitkovetzky für Streicher eingespielt. Dabei haben Jörg Faßmann (Violine), Sebastian Herberg (Viola) und Michael Pfaender (Violoncello) Sitkovetzky’s Transkription leicht abgeändert, so dass sie der originären Cembalofassung entspricht.