Okt 10 2009
Die Goldberg-Variationen als Insalata Mista

John Menick - Goldberg Variations Variations
Der Künstler John Menick hat ein Version der Goldberg-Variationen aufgenommen, besser zusammen geschnitten, die schon ziemlich skuril klingen – zu finden hier. Er hat mehrere Variationen übereinander gelegt und hält das Ergebnis anscheinend für hörenswert. Ich finde das Ergebnis sinnlos, und so hört es sich auch für meine Ohren an.
Vielleicht finden sich trotzdem Menschen, die das gerne hören.
Das Dresdner Streichtrio hat 2006 eine wunderschöne Transkription von Dmitri Sitkovetzky für Streicher eingespielt. Dabei haben Jörg Faßmann (Violine), Sebastian Herberg (Viola) und Michael Pfaender (Violoncello) Sitkovetzky’s Transkription leicht abgeändert, so dass sie der originären Cembalofassung entspricht.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Joao Carlos Martins Einspielung der Goldberg-Variationen aus dem Jahre 1994 gehört definitiv nicht zu meinen Favoriten. Martins extremer Einsatz der Dynamik liegt mir besonders fern. Schon die Aria mutiert nach grazilen Beginn zum Ende hin in ein fast orchestrales Finale. Und dann setzt die erste Variation mit viel zu hohem Tempo ein, so als sei man auf der Jagd. An dieser Stelle habe ich mich das erste Mal gefragt, ob ich die restlichen Variationen noch hören möchte.